Ein Tag zum Schläger werfen

Artikel vom 27.07.2014

Der 13:8-Sieg in der letzten Partie gegen das sieglose Schlusslicht SG Riegelsberg/Püttlingen reichte Tennis-Oberligist TSC Mainz nicht, um den greifbar nahen Meistertitel einzufahren. Die Enttäuschung war groß.

Mainz. Sie fluchten, sie kämpften, hofften und bangten. Sie klatschten sich ab und bauten sich nach Punktverlusten gegenseitig wieder auf. Und als alles vorbei war, flog der Tennisschläger in hohem Bogen gegen den Begrenzungszaun:
Martin Zimmermann und Ronald Juli verlangten in ihrer Doppelpartie dem Duo Bill Jenkins und Oliver Schu von der SG Riegelsberg/Püttlingen alles ab - auch sich selbst und den zahlreichen Zuschauern.
Allen war schon vor Beginn dieser Partie klar gewesen, dass die TSC-Herren beide Doppel würden für sich entscheiden müssen, um im Fernduell mit dem TZ Sulzbachtal die Oberliga-Meisterschaft nach Mainz zu holen. Es wäre schon fast eine Sensation gewesen für den Tennis-Club, der nicht gerade als Favorit in die Saison gegangen war.

Unter diesen Voraussetzungen bot sich den Zuschauern ein wahrer Tenniskrimi - auf beiden Plätzen jedoch ohne das erhoffte Mainzer Happy End. Und umso enttaüschender, weil sich ein solcher Ausgang nach dem bisherigen Spielverlauf nicht angedeutet hatte.

In den Einzeln nur zwei Punkte abgegeben

Denn die Mannschaft von Trainer Babak Momeni dominierte die jeweiligen Einzel gegen den Tabellenletzten klar. Der an Nummer eins gesetzte Joel Rizzi machte bei seinem 6:1 und 6:0 kurzen Prozess mit Max Fugmann und schloss dadurch seine sehr gute Saison mit einem weiteren überzeugenden Auftritt ab. Momeni war voll des Lobes für den 22-jährigen: „Noch nie hat er so eine lückenlose Saison gespielt. Er hat einen sehr guten Gegner klar beherrscht, war sehr überlegen."

Thomas Dupre? hatte beim 6:3 und 6:1-Sieg gegen Torsten Ast ebenso wenig Probleme wie Martin Zimmermann, der sich mit 6:2 und 6:2 gegen Oliver Schu durchsetzte. Der erst 17-jährige Leonard Stolz sorgte bei seinem Trainer für Erstaunen, als er souverän und druckvoll 6:1 und 6:1 gegen den wesentlich älteren und erfahreneren Bill Jenkins gewann. „Leonard könnte Jenkins Sohn sein", merkte Momeni schmunzelnd an. „Er hat es gut gemacht, sehr konsequent und druckvoll gespielt."

Spannender machte es da schon Markus Scherer, der gegen Tim Lorenz Schwierigkeiten hatte, seinen Rhythmus zu finden, und den ersten Satz mit 6:7 im Tiebreak abgab. In der Folge kämpfte er sich jedoch ins Spiel, glich durch ein 6:4 nach Sätzen aus und entschied anschließend einen spannenden Matchtiebreak mit 10:8 für sich. Der einzige Wermutstropfen aus Mainzer Sicht: die Zweisatzniederlage von Ronald Juli gegen Nicolas Wuttke (3:6, 6:7). Juli war kurzfristig für den ursprünglichen eingeplanten Ersatzmann Martin Christmann eingesprungen und agierte an Position sechs.

Tolle Kämpferische Leistung des Duos Dupre?/Stolz

Somit lag der TSC Mainz nach den absolvierten Einzeln mit 10:2 in Führung. Nach kurzer telefonischer Recherche war den Spielern jedoch klar, dass der Meisterschaftskonkurrent TZ Sulzbach mit dem gleichen Ergebnis in Führung lag, die Doppel also allesamt gewonnen werden mussten.
Den ersten Sieg verbuchte das Duo Rizzi/Scherer unerwartet früh für den TSC, da die Gegner Fugmann/Lorenz im ersten Spiel des ersten Satzes verletzungsbedingt aufgaben. „In einer solchen Situation trifft sich das natürlich gut", sagte Scherer. So konnten die beiden ganz entspannt ihre Kollegen unterstützen. Und zumindest Thomas Dupre? und Leonard Stolz schienen die Anfeuerung im Duell gegen Ast/ Wuttke gebrauchen zu können. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes und spannendes Spiel mit mitunter hochklassigen Ballwechseln, das im Tiebreak des ersten Satzes das bessere Ende für den Gegner bereithielt - die Gäste gewannen 8:6.

Eindrucksvoll ins Spiel zurückgefunden

Doch Dupre? und Stolz, die schon im ersten Satz mit enormer Laufbereitschaft und Kämpferqualitäten gepunktet hatten, gaben sich nicht auf und fanden in eindrucksvoller Manier zurück ins Spiel. Im Eiltempo entschieden sie den zweiten Satz mit 6:2 für sich. Alles war also angerichtet für den ersten Tennis-Krimi. Für den schon als Absteiger feststehenden Tabellenletzten ging es vor dem Champions- Tiebreak um nichts mehr, für die Mainzer jedoch noch um alles: um die ertraümte Meisterschaft, um das Aufstiegsspiel.

Trotz des überzeugenden zweiten Satzes konnten Dupre?/Stolz ihr Potenzial im entscheidenden Moment nicht vollends abrufen. Bei eigenem Aufschlag offenbarten beide Spieler einige Schwächen und wurden durch die druckvoll und aggressiv agierenden Gegner zu leichten Fehlern gezwungen - viele lange Bälle segelten ins Aus. Und so stand am Ende ein 7:10 zu Buche, eine knappe und ärgerliche Niederlage, die den Hoffnungen auf die Oberliga-Meisterschaft einen erheblichen Dämpfer versetzte.

Zimmermann und Juli verlieren nach anfänglicher Glanzleistung

Diese Hoffnungen machten Martin Zimmermann und Ronald Juli in ihrem Doppel endgültig zunichte. Dabei hatte es so gut angefangen: Im ersten Satz dominierten die TSC-Herren ihre Gegner Jenkins/Schu beinahe nach Belieben. Mit selbstbewusster Körpersprache und starken Returns setzten sie auf schnelle Punktgewinne, sodass sich nur selten herausragende Ballwechsel entwickelten - zu unterlegen waren die Gäste. Das Ergebnis spiegelte die Mainzer Dominanz wider: 6:1 gewann die Heimmannschaft den ersten Satz.

Im zweiten Durchgang ließ bei Zimmermann und Juli die Konzentration aber nach, der eigentlich so starke Return glückte einige Male nicht. Jenkins und Schu wussten das auszunutzen, und so entwickelte sich doch noch ein intensives, nervenaufreibendes Spiel, das nun vor allem von kraftvollen Grundlinienschlägen und packenden Duellen am Netz bestimmt wurde. Unglücklich mussten sich Zimmermann und Juli schließlich mit 6:7 im Tiebreak geschlagen geben.
Offensichtlich nicht mit seiner Leistung zufrieden, wollte sich das Mainzer Duo im alles entscheidenden Matchtiebreak steigern. Das gelang zunächst auch. Mit 4:1 führten die Mainzer, kassierten jedoch wenig später den 4:4-Ausgleich. Auch in der Folge hatte sie gute Möglichkeiten, das Spiel noch für sich zu entscheiden, führten beispielsweise mit 8:6. Doch Jenkins/Schu gaben nie auf und krönten ihre Aufholjagd mit 10:8, nachdem Ronald Juli den entscheidenden Ball ins Aus gespielt hatte.

„Der Tiebreak ist eben ein Glücksspiel"

Trotz einer großartigen Saison bleibt dem TSC Mainz die Krönung in Form der Oberliga-Meisterschaft verwehrt. Die Enttaüschung war den Spielern deutlich anzumerken, Juli schleuderte seinen Tennisschläger mit voller Wucht in die Begrenzungsmauer. Auch einige Kraftausdrücke waren lautstark zu vernehmen.
Zimmermann fand nach der nervenaufreibenden Partie Gründe für die Niederlage: „Nachdem wir im ersten Satz super gespielt hatten, haben wir es im zweiten Satz versaümt, das wichtige Break zu machen und das Spiel zu entscheiden. Unser Return- Spiel hat deutlich nachgelassen, zudem war der Gegner besser am Netz. Der Tiebreak ist dann eben ein Glücksspiel, und wir haben unglücklich verloren. Es ist sehr ärgerlich, weil wir, unserem Gefühl nach, besser waren."

Der TSC Mainz ist also trotz des 13:8-Sieges nicht Meister. Direkt nach dem Spiel überwog natürlich die Enttaüschung über die verpasste Chance. Nichtsdestotrotz hat das Team eine außergewöhnlich gute Runde gespielt. Trainer Babak Momeni wusste das als Erster richtig einzuordnen: „Natürlich bin ich enttaüscht, aber trotzdem bin ich sehr, sehr stolz auf die Leistung der Jungs in dieser Saison."


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