Junior French Open: Sinja Kraus in der Quali<p

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Aufregende Premiere: Sinja Kraus, Tennistalent des TSC Mainz, hatte ihren ersten Auftritt bei einem Grand Slam Turnier. Die 16-jährige Österreicherin trat in der Qualifikation zu den Junior French Open in Paris an. Kraus musste sich Maria Timofeeva 4:6, 1:6 geschlagen geben. Die Russin, aktuell an Position 57 im ITF-Ranking geführt, war in der Quali an Position drei gesetzt. Die junge Herausforderin begann spielerisch stark, ging 4:2 in Führung, war aber über das gesamte Match hinweg betrachtet emotional nicht gefestigt genug.

„Sinja war spielerisch top“, berichtete ihr Trainer Babak Momeni. „Aber es gehört auf diesem Niveau auch dazu, sich nicht ablenken zu lassen und die Nervosität zu kontrollieren.“ Das gelang ab Mitte des zweiten Satzes nicht mehr. Die junge TSC-Spielerin ließ sich von den eigenen Fehlern und Schiedsrichter-Entscheidungen aus der Konzentration bringen. „Das wird umso schwieriger, je enger die Matches sind.“ Und auf dem Niveau dieser Vorausscheidung im Athletic Club Montrouge, in einem kleinen Ort südlich von Paris, ist jedes Spiel eine Herausforderung.

„In der Weltrangliste setzten sich 20 Spielerinnen ab und dahinter kann von Position 20 bis 90 jeder jeden schlagen“, erklärte Momeni. „Man braucht einfach volles Selbstbewusstsein, um jede Runde zu überstehen.“ Doch dafür war Sinja Kraus‘ Nervenkostüm bei ihrer Grand Slam-Premiere (noch) nicht geschaffen. Die 16-jährige musste sich erst reinfinden in die ungewohnten Gegebenheiten. „Gerade deshalb war das Turnier eine wertvolle Erfahrung. Es ist wichtig, diese Erfahrung zu sammeln.“

Auch deshalb stehen weitere Junior-Grand-Teilnahmen noch in diesem Jahr auf der Agenda. In Wimbledon und bei den US Open möchte Sinja Kraus gerne servieren. Es dürfte schwer werden, noch in das legendäre Rasenturnier in London reinzurutschen. Aktuell steht die TSClerin auf Position 97 im ITF-Ranking und ist damit Neunte der Warteliste für die Quali. Sollte sie noch weiter nach oben rutschen, würden Spielerin und Trainer nach Wimbledon fliegen, um kurzfristig reagieren zu können. Für einen Start bei den US Open in New York stehen die Chancen besser, da Kraus mit einem Erfolg im Sommer im ITF-Ranking klettern würde und sich so qualifizieren könnte. Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen hat sie keine.

Die grobe Rechnung ist folgende: Im Hauptfeld eines Junior Grand Slam Turniers stehen 64 Spielerinnen – die 50 besten der Weltrangliste, sechs per Wildcard, acht Qualifikantinnen.  32 Spielerinnen kämpfen in der Quali für die Hauptfeld-Teilnahme, auch hier werden vier bis sechs Wildcards vergeben. Das heißt: Um Position 80 im ITF-Ranking steigen die Chancen auf einen Start.